The Concept is easy to understand.
Hallo Mann. Wenn ich Dich sehe, fühle ich mich klein. Wie Du Dich bewegst, wie Du gehst, Dich artikulierst, sogar wie Du sitzt oder stehst: All dies vermittelt imposante Größe. Du lehnst lässig an der Wand. Du sitzt breitbeinig auf Deinem Stuhl. Du stehst in der U-Bahn und blickst mürrisch auch mich herab. Du gehst schnurstracks durch die Fußgängerzone, und wenn Du meinen Weg kreuzt, muss ich ausweichen. Dein Kreuz ist breit, sehr breit. Deine Kleidung lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass dort, wo Deine Faust hinschlägt, kein Gras mehr wächst. Du bist der Archetyp unseres Geschlechts. Dein Selbstbewusstsein grenzt an Arroganz. Du bist der Sieger, Dich umgibt die Aura des unantastbaren. Dich kratzt nichts. Keiner kann Dir was. Was Du tust, entscheidest allein Du. Was andere denken, interessiert Dich nicht.
Mann, wenn ich Dich sehe, fühle ich mich klein. Du bist so groß, dass ich es nicht über mich bringe, Dir in die Augen zu schauen. Oft frage ich mich: ist in Dir neben dem Mann eigentlich ein auch bisschen Platz für Mensch übrig? Hast Du Schwächen? Lachst Du manchmal? Das beschäftigt mich. Denn ich bin ein Mensch, Du bist ein Mensch. Ich bin ein Mann, Du bist ein Mann. So verschieden können wir nicht sein. Vielleicht sind wir das auch gar nicht – vielleicht muss ich einfach nur genauer hinsehen.
Mittwoch, 23. April 2008
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